Michael Kastner im Interview der Netzeitung
In einem Artikel zum Thema "Magersucht beim Personal ist ungesund" in der Netzeitung gab Michael Kastner ein paar griffige Erläuterungen, was Dynaxität sei:
Dynaxität "immer stärkere Vernetzung unserer Arbeitsprozesse... (+) permanente Zustandsveränderung..."
- "Kastner: Das liegt an einem Phänomen, das wir «Dynaxität» nennen. Einerseits werden durch unsere technologische Entwicklung und die immer stärkere Vernetzung unsere Arbeitsprozesse, Produkte und Dienstleistungen immer komplexer und haben mehr Schnittstellen - um so komplexer werden dann wiederum die Prozesse. Die Komplexität würden wir vielleicht noch in den Griff bekommen, aber jetzt kommt noch ein entscheidender Faktor dazu: die Dynamik, also eine permanente Zustandsveränderung. Immer dann, wenn ich eine gewisse Komplexität in den Griff bekommen habe – zum Beispiel mein Handy oder ein PC-Programm –, ändert sich das ganze schon wieder: Es gibt ein neues Handy, eine neue Software-Version. Und diese Mischung aus Komplexität und Dynamik ergibt Dynaxität. Und diese hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, für das der Mensch nicht «gebaut» ist. Dadurch steigen die psychomentalen Belastungen und Störungen."
- "Kastner: Da bin ich mir ganz sicher. Man kann zwar präventiv vorgehen – also schon Kinder entsprechend schulen, mit der Dynaxität besser fertig zu werden. Allerdings ist der Faktor Geschwindigkeit entscheidend: Bedenken Sie allein, dass sich das Wissen der Welt ungefähr alle viereinhalb Jahre verdoppelt. Da kann man gar nicht hinterherlernen. Die Systeme in ihrer Eigendynamik entwickeln sich schneller, als der Mensch in seiner intellektuellen Entwicklung folgen kann..."
- ... Den vollständigen Artikel finden Sie hier.
Peter Pächnatz im Abendblatt.de über Dynaxität
In einem weiteren Interview, dass das Abendblatt.de mit dem Psychologen Peter Pächnatz geführt hat, gab es ebenfalls einige schöne Beschreibungen, was wir unter Dynaxität zu verstehen haben:
- "PETER PÄCHNATZ: Das Kunstwort Dynaxität kennzeichnet die Wechselwirkungen von gleichzeitig zunehmender Dynamik und steigender Komplexität bei wachsendem Risiko von Fehlentscheidungen. Hohe Geschwindigkeit und enorme Vielschichtigkeit prägen unseren beruflichen Alltag. Das heißt, ich habe sehr viele Möglichkeiten, etwas zu tun - und das verändert sich ständig. Sie können sich das so vorstellen: Sie fahren mit einem Porsche konstant mit Tempo 240 auf der Autobahn. Ihre Möglichkeiten, eine Ausfahrt zu wählen, ändern sich ständig, aber Ihr Zeitfenster, die richtige Ausfahrt zu finden, ist extrem klein. Sie müssen also in Sekundenbruchteilen die Situation richtig erfassen, denn eine falsche Entscheidung ist nur mit hohem Aufwand zu korrigieren.
- ABENDBLATT: Bin ich denn gezwungen, Tempo 240 zu fahren?
- PÄCHNATZ: Ja, weil andere das auch können und tun. Sie stellen fest, daß die Wettbewerber auch mit 230, 240 oder sogar 250 Stundenkilometern unterwegs sind. Geschwindigkeit bedeutet Wettbewerbsvorteile. Mit Innovationen bekommen Sie aber nur einen kurzen Zeitvorsprung hin, denn Produkte und Dienstleistungen sind kopierbar. Wollen Sie erster im Markt bleiben, müssen Sie also ständig schneller werden. Und es kommt hinzu: Sie müssen gleichzeitig an vielen Fronten innovativ sein. Die Frage ist: Wie können Sie das koordinieren?
- ABENDBLATT: Gibt es dafür eine Lösung?
- PÄCHNATZ: Ja, einen paradoxen Ansatz: Wenn Sie schneller werden wollen, müssen Sie langsamer agieren und das Richtige tun.
- ABENDBLATT: Also die bekannte Formel "Wenn Du es eilig hast, gehe langsam". Warum?"
- ... Das ganze Interview, geführt von Mark Hübner Weinhold lesen Sie hier.
