Dynaxität - die Herausforderung von heute

Dynaxität ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus "Dynamik" und "Komplexität". Es steht für das Phänomen, das die meisten Menschen in der heutigen Arbeitswelt nur als diffusen Druck und Stress wahrnehmen, spiegelt ein begriffliches Konzept wieder, das inhaltlich mit für die heute von so vielen Menschen gefühlte Überforderung und auch Unzufriedenheit im Alltag verantwortlich ist.

Die Menge der Aktivitäten, Aufgaben und Möglichkeiten nimmt permanent zu. Wir haben immer mehr Wahlmöglichkeiten bezüglich der Dinge, die wir tun können, die wir tun sollen und/oder der Dinge, die wir tun wollen. Gleichzeitig haben wir immer mehr Möglichkeiten, wie wir diese Dinge tun.

Diese Wahlmöglichkeiten an sich verursachen bereits einen gewissen Stress, die im Volksmund bekannte "Qual der Wahl". Doch das ist nicht einmal das Hauptproblem: Viel mehr liegt das Problem darin, dass mit der Vielfalt und Vielfältigkeit der Dinge und Möglichkeiten die Zahl der Schnittstellen ständig zunimmt. Je mehr Wege (im Sinne von Möglichkeiten) es gibt, etwas zu tun, umso mehr "Kreuzungen" gibt es auf diesen Wegen und zwischen diesen Wegen.

"Kreuzungen" in diesem Sinne sind jedoch immer Entscheidungspunkte - und provozieren damit wieder Entscheidungsstress und Qual der Wahl. Nicht umsonst ist Entscheidungsstärke eines der 27 Soft Skills aus dem Soft Skills-Würfel auf www.soft-skills.com. Doch wie gehen wir damit um, mit dieser Dynaxität?

Verzwickt an der Sache ist ja nicht nur die Vielzahl der Wege und Kreuzungen, die - um bei der bildlichen Darstellung zu bleiben - ein ganzes "Netz" von Pfaden erzeugen. Dieses Netz - besser lässt sich "Komplexität" kaum verständlich und greifbar machen, visualisieren - ist es, das auch die Grundlage für die Forderung nach vernetztem Denken legt - und in der Folge der Forderung nach systemischem Denken (siehe auch hier die Beiträge rund um Systemisches Denken und Vernetzes Denken auf o.g. Seite rund um Soft Skills).

Verzwickt an der Sache, und damit haben wir immer noch erst den ersten Teil von Dynaxität, nämlich die Komplexität, ist zusätzlich die Dynamik der Entwicklungen um uns herum. Denn Komplexitätsmanagement als solches ist bereits eine große Herausforderung, für den Einzelnen als Person, Mensch und Individuum, aber auch für alle Formen von Organisationen. Doch das genügt ja leider nicht: denn kaum haben wir eine vorhandene Komplexität einmal so halbwegs in den Griff bekommen, uns gute Lösungen ("best practices") für schwierige Aufgaben ausgedacht und systemtechnisch oder persönlich in uns "installiert", so hat sich das Gefüge der Dinge schon wieder verändert.

Die Schnittstellen haben sich verändert, die Personen, Systeme an den Schnittstellen, neue Standards, neue Rahmenbedingungen, neue zu berücksichtigende Faktoren. Auch das wiederum erzeugt furchtbaren Stress, zumindest wenn wir sowieso schon viel um die Ohren haben.

Dynaxität - die Herausforderung von heute Lösungen, die uns helfen, die wachsende Komplexität und Dynamik im Arbeitsleben in den Griff zu bekommen und im Griff zu behalten, werden in den kommenden Jahren immer mehr gefragt sein. Sie sind der Schlüssel zu erfolgreichem Stressmanagement, persönlicher Souveränität und wieder mehr Lebenszufriedenheit unter den Menschen in unserem Land.